(Bild: Philipp Schmidli, Luzerner Zeitung)
(Bild: Philipp Schmidli, Luzerner Zeitung)

Ein letzter Blick auf die alte Tribüne

Genau 1944 Zuschauer sind zum letzten Spiel ins Kleinfeld gekommen. Es ist das Ende einer langen Geschichte und der Start in die Zukunft mit einem neuen SC Kriens.

Eine Abbruchparty ist es nicht gestern auf dem Krienser Kleinfeld. Souvenirs wie Tornetze, Rasenstücke oder Sitzschalen können noch nicht gesammelt werden, da Junioren den Platz noch nützen müssen. Etwas nach Hause nehmen können immerhin die jüngsten Fans, die nach dem Spiel vor dem Spielereingang verharren und Trikots und Schuhe von den Spielern des SC Kriens ergattern.

Für sie ist es der perfekte Abschluss eines grossen Fussballfests auf dem Kleinfeld. In der Promotion League ging es gegen den FC Köniz. Und alle sind nochmals gekommen, um dem Stadion die letzte Ehre zu erweisen: ehemalige Spieler wie Paul Wolfisberg, Kudi Müller oder Roger Erni; Krienser Politiker, Gemeindepräsident Cyrill Wiget und natürlich zahlreiche eingefleischte Kriens-Fans. Offiziell sind es 1944 Zuschauer, passend zum Gründungsjahr des SC Kriens. Inoffiziell waren es wohl einige hundert weniger. Dennoch ist es eines dieser geschichtsträchtigen Fussballfeste, wie sie der SCK im Kleinfeld mehrfach erlebt hat: triumphale Cup-Schlachten, Aufstiege in die Nationalliga A und siegreiche Derbys gegen den FC Luzern.

Einige Ur-Krienser vergiessen Tränen

An diese Ereignisse denken viele nochmals zurück, als kurz vor 18 Uhr das letzte Mal der Schlusspfiff im Kleinfeld ertönt. Einige Ur-Krienser sollen sogar Tränen in den Augen gehabt haben.

«Was aber nicht vergessen werden darf: Ein neues Stadion ist zwingend notwendig», wie SCK-Präsident Werner Baumgartner um einiges nüchterner sagt. Das Stadion entspricht den heutigen Ansprüchen seit Jahren nicht mehr. Sinnbildlich steht dafür auch der fürchterliche Zustand des Rasens. Schlammschlachten wie gestern wird es im neuen Stadion, das Challenge-League-tauglich gebaut wird, nicht mehr geben. Es wird dort nämlich auf Kunstrasen gespielt. «Eigentlich passt ein Kunstrasen weniger zu Kriens als ein solcher Platz, wie wir ihn heute kennen», gibt Baumgartner zu. Aufgrund der knappen Platzverhältnisse im Krienser Zentrum und den vielen Junioren gebe es aber keine andere Alternative, als auch den Hauptplatz oft für Trainings zu nutzen. Das ist mit einem Kunstrasenplatz besser möglich. «Ich finde, richtiger Fussball gehört auf den Naturrasen. Vor allem beim SC Kriens, der ein Kämpferverein ist», glaubt auch Elias Lustenberger (16). Seit er drei Jahre alt ist, besucht er jedes Heimspiel. Natürlich hoffen er und die treuesten Fans, dass das neue Stadion mehr Zuschauer und eine bessere Stimmung bringt.

Nun geht es für die Krienser aber erst mal darum, die Übergangszeit bis zum neuen Stadion gut über die Bühne zu bringen. Bis im Sommer 2018 sucht Kriens Asyl in einem anderen Fussballstadion in der Region. Eigentlich wollte Kriens zum FC Kickers ausweichen, daraus wird nun aber aus Kostengründen nichts, sagt Baumgartner. Zur Wahl stehen nun noch das Stadion Gersag des FC Emmenbrücke sowie das Leichtathletik-Stadion neben der Swissporarena.

Zudem plant der Promotion-League-Leader bereits zweigleisig im Falle eines allfälligen Aufstiegs in die Challenge League im Sommer. Dann wäre die Swissporarena in Luzern die wahrscheinlichste Variante.

Publiziert in der Zentralschweiz am Sonntag am 20. November 2016.

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